
Prävention & Schadensminderung durch Drug-Checking
Fakt: Psychoaktive Substanzen sind illegal. Es ist ebenso Fakt, dass Substanzen mit Streckmitteln oder hochdosierten Wirkstoffen auf dem Schwarzmarkt ahnungslosen Konsumenten angeboten werden.
Dies ist eine Tatsache, die sich nicht wegdiskutieren oder ignorieren lässt. Die Folgen sind lebensbedrohliche oder sogar tödliche Notfälle. Doch es ist auch Fakt, dass Missbrauch und Unfälle durch Drug-Checking verhindert werden können.
Mit unseren QTests wird Drug-Checking noch zuverlässiger, einfacher und kostengünstiger. Dadurch wird Drug-Checking in Deutschland und darüber hinaus möglich.
Pionierarbeit für eine neue Form des Drug-Checkings in Deutschland
Seit 2021 steht das Alive-Projekt, im Auftrag des Thüringer Gesundheitsministeriums, an der Spitze des Drug-Checkings in Deutschland. Wir bieten vor Ort Substanzanalysen in Kombination mit professioneller Beratung auf Partys, Festivals und Veranstaltungen an und legen dabei den Fokus auf Prävention und Schadensminderung. Dieses Projekt entstand aus der Notwendigkeit, da Drug-Checking in Deutschland offiziell nicht erlaubt ist. Gesetzliche Einschränkungen hindern Analysten daran, Substanzen zu handhaben oder auf reine Referenzmaterialien für instrumentelle Analysen zuzugreifen, was den Fortschritt bislang blockierte.
Mit unseren innovativen QTests haben wir ein neues Konzept eingeführt: Konsumenten führen die Erstanalyse selbst durch. Diese Methode, die über die letzten vier Jahre vom Gesundheitsministerium evaluiert wurde, hat sich als äußerst effektiv erwiesen. Darüber hinaus ist die Analyse für die Klienten kostenlos, was sie besonders niedrigschwellig und inklusiv macht.
Indem wir die Menschen direkt einbeziehen, haben wir ein bahnbrechendes Modell geschaffen, das chemische Analysen mit persönlicher Beratung kombiniert. Erfahre unten mehr über diese transformative Methode.


Stärkung von Individuen in der Substanzanalyse
Unser Ansatz erfordert, dass Nutzer ihre eigenen Drug-Checking-Analysen im Einklang mit deutschem Recht durchführen, wodurch eine notwendige Maßnahme in einen bedeutenden Vorteil verwandelt wird. Durch eigenständige Tests können Nutzer potenziell gefährliche Substanzen sofort identifizieren und dadurch Risiken reduzieren sowie langfristig analytische Fähigkeiten entwickeln.
Wir stellen jedem Klienten die Werkzeuge und Anleitungen für die persönliche Analyse zur Verfügung, fördern die Eigenständigkeit und stärken das Bewusstsein für Drogensicherheit in der Gemeinschaft. Diese Methode fördert nicht nur individuelle Verantwortung, sondern befähigt die Nutzer auch mit essenziellen Fähigkeiten, ihren Substanzkonsum effektiv zu managen.
Drug-Checking – Mehr als nur das Testen von Wirkstoffen
Übrigens steckt hinter Drug-Checking-Projekten mehr, als der Name vermuten lässt.
Es geht nicht um eine zuvor zu Hause durchgeführte Substanzanalyse, sondern um einen professionellen Präventionsdienst, der von speziell geschulten Drug-Checkern angeboten wird. Drug-Checking umfasst die chemische Analyse, bei der Drogen einem Substanztest sowie der Untersuchung von Zusammensetzung und Wirkstoffkonzentration unterzogen werden.
Abgerundet wird das Angebot durch ein anschließendes Beratungsgespräch mit den Nutzern über Wirkungen, Risiken und mögliche sowie wahrscheinliche Schäden. Das Angebot solcher systematischen Substanztests ist sehr niedrigschwellig und besonders effektiv. Dies auch, weil mobile Drug-Checking-Services dort stattfinden, wo die verbotenen Substanzen konsumiert werden: Bei Konzerten, Partys oder Festivals.
Dadurch werden erstmals Menschen erreicht, die bisher für Präventionsmaßnahmen nicht ausreichend offen oder zugänglich waren.


... und effektiv auf mehreren Ebenen.
Die Erfahrungen von Drug-Checkern decken sich mit den Ergebnissen von Umfragen: Drug-Checking hat einen signifikanten Einfluss auf das Konsumverhalten.
Konsumenten werden vorsichtiger, reflektierter oder verzichten ganz auf den Konsum, wenn die Ergebnisse der Analyse nicht ihren Erwartungen oder den Versprechungen Dritter entsprechen. Darüber hinaus sind Drug-Checking-Projekte ein hervorragendes Frühwarnsystem, da sie eine tiefgehende und systematische Überprüfung des Marktes ermöglichen.
Neu auftretende Streckmittel oder Überdosierungen können so frühzeitig erkannt und gemeldet werden. Andere Länder in Europa nutzen das Potenzial von Drug-Checking bereits: So werden in der Schweiz, Großbritannien und Österreich Drogen auf Inhaltsstoffe getestet und erfolgreiche Drug-Checking-Projekte umgesetzt.
So läuft das Drug-Checking bei miraculix in Deutschland ab
Drug-Checking entfaltet seine größte Wirkung, wenn es direkt vor Ort an den Orten des Konsums angeboten wird. In diesem Fall sind die Konsumenten direkt in die Analyse der Wirkstoffe eingebunden. Sie nehmen eigenständig eine Probe der Substanz, wiegen sie ab und führen den ersten Schritt mit dem miraculix-Testkit selbst durch: die Extraktion.
Damit wird die Substanz unbrauchbar gemacht, und die Drug-Checker können die weiteren Analyse-Schritte bedenkenlos übernehmen. Je nach getesteter Substanz liegt das Ergebnis nach maximal 30 Minuten vor, und die Beratung kann beginnen.
Der Vorteil der miraculix QTests liegt nicht nur in der schnellen Analyse, sondern auch in der genauen Bestimmung der Wirkstoffkonzentrationen und -zusammensetzungen. Ergänzend führen wir Antikörpertests durch, die zusätzlich Spuren von Wirkstoffen nachweisen, für die es derzeit keinen QTest gibt.
Darüber hinaus werden weitere qualitative Reagenzien oder Dünnschichtchromatographie eingesetzt, um den Informationsgehalt der analysebasierten Intervention weiter zu erhöhen. Drug-Checker verfügen somit über fundierte Kenntnisse des spezifischen Einzelfalls, die sie mit objektiven Substanzinformationen und ihrem Wissen über Dosierungen kombinieren und in die Beratung einfließen lassen können.


Mobiles Drug-Checking in Deutschland – Das Thüringer Modellprojekt
Drogentests in Deutschland – ist das so einfach? Genau das nicht. Neben den finanziellen, organisatorischen und personellen Kosten war die Rechtssicherheit lange ein kritisches Schlagwort. Unsere QTests lösen einige der damit verbundenen Probleme und schaffen insbesondere Rechtssicherheit für die Drug-Checker.
Im Jahr 2021 haben wir gemeinsam mit der „Suchthilfe in Thüringen gGmbH“ das erste mobile Drug-Checking in Deutschland als groß angelegtes Modellprojekt gestartet. Obwohl die Covid-19-Pandemie den Veranstaltungskalender ausdünnte, wurde das mobile Drug-Checking bei vielen Raves, Festivals und Open-Air-Events genutzt. Neben dem offensichtlichen Ziel, Menschen vor Schäden und Missbrauch zu schützen, waren wir auch an Konzentrationen interessiert und daran, Substanzen systematisch zu erfassen und zu katalogisieren.
Fazit: Durch die Zusammenarbeit konnten wir chemisch-toxikologische Analysen mit niedrigschwelligen Beratungsangeboten kombinieren und zu einer analysebasierten Intervention perfektionieren. Das Projekt ist ein erfolgreiches Modell für Drug-Checking in Deutschland – zum ersten Mal und hoffentlich nicht einzigartig.
Was es sonst noch zu wissen gibt
Was wir häufig zum Thema Drug Checking gefragt werden:
Oh ja und wie! Das Epidemiologische Suchtsurvey 2018 ergab, dass rund 15,2 Mio. Deutsche zwischen 18 und 64 Jahre zum Befragungszeitpunkt wenigstens einmal in ihrem Leben illegale Drogen konsumiert hatten. Das sind zehn Prozent mehr als noch im Jahr 2008. Generell ist in den letzten 30 Jahren europaweit der Konsum illegaler Drogen gestiegen. Gleichzeitig nehmen die Konzentrationen in Substanzen zu, Streckmittel, Verunreinigungen und synthetische Wirkstoffe werden immer häufiger. Daher braucht es flächendeckende Präventionsangebote, die Menschen dabei helfen sich selbst vor Schäden oder Missbrauch zu schützen. Drug Checking gehört dabei nachweislich zu den wirkungsvolleren Maßnahmen. Daher setzen wir uns dafür ein Drug Checking in Deutschland zu etablieren.
Grundsätzlich meinen Drug Checking und die von uns bevorzugte Variante der analysebasierten Intervention das gleiche. Wir möchten allerdings dazu anregen den Schwerpunkt bereits in der Benennung anders zu setzen. Die entscheidende Intervention beim Drug Checking ist das Beratungsgespräch, welches seine Überzeugungskraft aus einem fundierten Drug Check zieht. Das heißt, der Drogen Substanztest ist nicht das Ergebnis der Präventionsmaßnahme, sondern ihre faktische Grundlage, ein wirkungsvolles Mittel zum Zwecke der Intervention. Daher ist Drug Checking eine analysebasierte Intervention.
Drogen testen lassen in Deutschland bedeutet für Drug Checker:innen häufig ein Risiko oder wenigstens eine rechtliche Grauzone, schließlich hantieren sie im Rahmen der Analyse zumindest zeitweilig mit illegalen Substanzen. Diese Problematik lösen unsere QTests, da sie in einem zweistufigen Verfahren funktionieren, wobei die Probe mit Zugabe der Nachweisreagenz nicht mehr konsumierbar ist. Der Wirkstoff wird in seiner chemischen Struktur irreversibel verändert und der oder die Drug Checker:in kann bedenken- und juristisch folgenlos damit arbeiten. Dieses Vorgehen ist einmalig bei den miraculix QTests, daher sind sie so gut fürs Drug Checking in Deutschland geeignet.
Intervention braucht einen geschützten Raum. Konsument:innen müssen sich vor Wertung und Sanktionierung sicher fühlen, damit sie sich trauen das Angebot eines Drug Checks auch wahrzunehmen. Öffentliche Ankündigungen von Drogen Substanztests würden diesen geschützten Raum unmittelbar gefährden, daher „bewerben“ wir unseren Besuch von Veranstaltungen aktuell nicht.
Nein, aktuell bieten wir noch keine stationären Drogen Substanztests an. Sofern du eine Ahnung oder Vermutung hast, um welchen Wirkstoff es sich handeln könnte, kannst du auch auf unsere QTests zurückgreifen.
Grundsätzlich sind wir für solche Vorhaben natürlich offen. Lass uns dazu gern ins Gespräch kommen und schreib uns einfach an.
Über Antikörpertests und qualitative Reagenzien können wir Kokain in Proben nachweisen. Einen entsprechenden QTest der Kokain quantifiziert oder gesicherte Aussagen über die Konzentration von Levamisol zulässt, gibt es noch nicht, ist aber schon in Arbeit. Mit den aktuellen Verfahren können wir immerhin eine begründete Vermutung aussprechen. Allerdings arbeiten wir auch an einem einfachen und unkomplizierten Testverfahren, um Levamisol zu quantifzieren.
Für die Wirkstoffe Psilocybin, MDMA, LSD sowie THC und CBD stehen miraculix QTests zur Verfügung. Auch Amphetamin und 2CB können wir bereits quantifizieren, die entsprechenden QTests sind gerade in der letzten Entwicklungsphase. Darüber hinaus kommen weitere Farbtests und spezifische Antikörpertests zum Einsatz, die die analysebasierte Intervention noch zusätzlich unterstützen. Damit lassen sich auch jene gängigen Wirkstoffe wie Kokain, Fentanyl oder Amphetamine detektieren für die wir noch keinen QTest in petto haben.
Gemeint ist das Kooperationsprojekt von miraculix und dem Thüringer Drug Checking Pilot-Projekt „SubCheck“ der Suchthilfe in Thüringen gGmbh. Das Projekt findet im Auftrag das Thüringer Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie statt. Ziel ist es, das Potenzial von Drug Checking in Deutschland bzw. Thüringen systematisch zu erproben und neue Potenziale für Präventionsangebote aufzuzeigen. Mehr über das Projekt erfährst du in unserem Blog.
Ja, wir empfehlen immer einen gemeinsamen Workshop zum Drug Checking bevor es das erste Mal ins Feld geht. Alle Teilnehmenden können so in Ruhe die Testverfahren kennenlernen und eine eigene Routine entwickeln. Auch Fragen und Unklarheiten lassen sich unverzüglich klären, sodass Missverständnisse oder Flüchtigkeitsfehler direkt vermieden werden.

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